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Seelsorgeeinheit Sinzheim-Hügelsheim

Katholische Pfarrgemeinde Sankt Laurentius Hügelsheim

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Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit: Im Jahre nach der Geburt unseres Heilandes und Erlösers Jesus Christus, den 27. Juni 1842 wurde der Grundstein oder Eckstein zur hiesigen Kirche von dem hochwürdigen Herrn Dekan des erzbischöflichen Kapitels Ottersweier, Gregor Daniel, Pfarrer zu Gamshurst, gelegt. Möge er ein wahrer und lebendiger Grundstein Christi für die Bewohner des Ortes Hügelsheim sein, so daß alle Kirchenbesucher lauter lebendige Steine zu einem geistigen Tempel werden, Laien wie die Priester, um so Gott durch Jesus Christus wohl zu gefallen. Möge Gott durch Jesus Christus nicht nur der Grund, sondern auch das Wachstum und die Vollendung dieses Gebäudes werden, das zu seinem Lobe und zur Verherrlichung seines heiligen Namens angefangen werden soll. Amen.

Der hiesigen künftigen Nachkommenschaft und der Nachwelt diene folgendes Geschichtliche zum späteren Andenken:

Der Ort Hügelsheim ist ein heute schon alter Ort. Denn laut Kloster Schwarzachischem Salbuch B, Seite 69, hatte ebendieses Kloster schon im Jahre 1032 gewisse Gefälle und Gerechtsame zu Stollhofen, Sölliilgen und Hügelsheim bezogen und ausgeübt.

Laut Urkunde vom 8. Juli 1396 wurde mit Autorität und Bewilligung des Bischofs Wilhelm zu Straßburg und des Abtes Kraft zu Gonnburg zu Schwarzach in der damals zu Hügelsheim befindlichen kleinen Kapelle eine Frühmesse gestiftet.

Laut Urkunde von Montag nach St. Peter und Paul des Jahres 1504 hat die Gemeinde Hügelsheim einen beschworenen Revers ausgestellt, daß die Abtei Schwarzach zur Kompetenz oder Besoldung des Hügelsheimer Pfarrers zum Bau dessen Hauses und der Kirche niemals etwas beizutragen schuldig sei, wobei die Herren Markgrafen von Baden das Kloster zu schützen eigenhändig versprochen haben. Diesemnach steht der Ort Hügelsheim schon über 1000 Jahre. Das älteste Pfarrbuch beginnt dahier mit dem 12. Juli 1707. Die alte Pfarrkirche stand auf dem selben Platz, wo jetzt die neue steht. Der Schlußstein der alten Kirche war mit der Jahreszahl 1499 bezeichnet, sie stand also 343 Jahre, der Hl. Laurentius, dessen Fest auf den 10. August fällt, war seit undenklichen Zeiten verehrter Kirchenpatron dahier.

Hügelsheim zählt 130 Häuser, in welchen 170 Bürger und 760 Seelen wohnen. Der Ort hat den Zehnten ab allen Gemarkungen abgekauft, ist im ganzen genommen für einen Landort auf der Hardt wohlhabend und friedlich, Die Einwohner sind körperlich gesund, kräftig, ausdauernd in der Landarbeit und erreichen meist ein Alter Von 60 - 70 Jahren, auch noch darüber. Wirkliche Fleischpreise sind zu einem Pfund: Mastochsenfleisch = 10 1/2 Kreuzer, Kuhfleisch = 8 Kreuzer, Schweinefleisch = 8 Kreuzer, Kalbfleisch = 8 1/2 Kreuzer.

Wirkliche Fruchtpreise, das Malter im Mittel: Weizen = 12 Gulden, Korn = 6 Gulden, Gerste = 6 Gulden, Hafer = 4 Gulden, Welschkorn 6 Gulden, 1 Ztr. Heu = 1 Gulden 6 Kreuzer, 100 Bund Stroh = 17 Gulden.

Eingelegte Münzsorten sind folgende:
1. 1 Stück zu 3 Gulden 30 Kreuzer
2. ein Gulden
3. 1/2 Gulden
4. ein 6 Kreuzerstück
5. ein 3 Kreuzerstück
6. ein Kreuzer.

Die Kirche wurde den 22. Februar 1842 an Zimmermeister Josef Mauterer von Oetigheim und Maurermeister Erasmus Dürr von Rastatt in Bau gegeben um 31.000 Gulden. Dem Bauplan nach ist die Kirche 121 Schuh lang und 55 Schuh und 5 Zoll breit. Da der hiesige Kirchenfond zu arm war konnte derselbe zum Kirchenbau nichts beitragen. Daher fiel die ganze Baulast der Gemeindekasse und den festgesetzten Beiträgen der Bürger zu.

Bei der Grundsteinlegung waren zugegen an Honoratioren: Der großherzogliche Amtmann Kunzer namens des Oberamtsvorstandes Herr Geheimrat Schaaf, Herr Bauinspektor Weinbrenner von Rastatt, Herr Oberförster Bachmann von Steinbach nebst mehreren Herren Pfarrern aus der Nachbarschaft.

Pfarrer dahier war Johann Georg Hotz, geboren aus Freiburg, Schullehrer Josef Werner, geboren aus Malsch, Amt Ettlingen, Bürgermeister Anton Becker, Gemeinderäte: Xaver Rösinger, Josef Bernhard, Anselm Hermann.

Geschehen zu Hügelsheim den 27. Juni 1842 unter der milden Regierung seiner königlichen Hoheit des Großherzogs Leopold von Baden und unter dessen beiden Herrn Brüder, der durchlauchtigsten Markgrafen Wilhelm und Max von Baden und unter dem großherzoglichen Direktor der Regierung des Mittelrheinkreises, Herrn Baumgärtner, als Gregor XVI. den heiligen Stuhl Petri zu Rom besaß und unter seiner Exzellenz dem hochwürdigsten Erzbischof der oberrheinischen Kirchenprovinz Dr. Hermann von Vicari. Deutschland zählt wirklich nach dem ruhmwürdigen Befreiungskrieg von 1815 einen 27-jährigen Frieden. Und das gesegnete, wohlbevölkerte und in der Aufklärung und Industrie gewiß fortgeschrittene Badische Land hat eine Einwohnerzahl von 1.100.000 Menschen auf 280 Quadratmeilen.

Diese Denkmalsurkunde haben wir mit Pfarr- und Ortssiegel zugleich versehen und von den diesem heiligen und feierlichen Akte beiwohnenden Honoratioren und anderen Beteiligten eigenhändig unterschreiben lassen.

Gegenwärtig: 1. Erzb. Dekan des Kapitels Ottersweier Gregor Daniel, Pfarrer zu Gamshurst,2. Georg Hotz, Pfarrer dahier, 3. Bohlinger, Pfarrer zu Stollhofen, 4. Bechtold, Pfarrer zu Iffezheim, 5. Reinhold, Pfarrer zu Söllingen, 6. Josef Mauterer, Zimmermeister zu Oetigheim, 7. Erasmus Dürr, Rastatt, 8, Josef Werner Schullehrer dahier.


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Martin A. E. Schlick - Erstellt am 15.08.2005 - angepasst: 22.01.2007

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