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Seelsorgeeinheit Sinzheim-Hügelsheim

Katholische Pfarrgemeinde Sankt Martin Sinzheim

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Peru Partnerschaft

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Vor 25 Jahren wurde im damaligen Pfarrverband Sinzheim die Partnerschaft mit Peru begründet.

In den einzelnen Pfarrgemeinden dieses ehemaligen Pfarrverbandes bestehen auch heute sehr lebenige PERU-AUSSCHUSSE, die den Gedanken und die Verbindung mit Peru wachhalten. Alljährlich findet ein Fastenessen zu gunsten der Partnerschaft mit Peru statt. Einige Male im Jahr gibt es einen Verkauf von Tee und Kaffee zu gunsten der Partnerschaft in Peru (meist nach der Sonntagsmesse). Der Kontakt wird auch durch gegenseitige Besuche gepflegt und das auch durch das Partnerschaftsgebet (Logo 12 PDFhier download!)

Kontaktperson für Sinzheim: Stefan Lendle - Tel: 82691


Mehr zum zwanzigjährigen Bestehen: hier

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Viola Gassenschmidt

Viola Gassenschmidt:

EIN JAHR LANG IN PERU

Sinzheim. Mit Anfang des Monats August ist Viola Gassenschmidt ein Jahr lang in Peru. Nachdem die Sinzheimerin in diesem Jahr das Abitur ablegte, entschied sie sich zum freiwilligen sozialen Jahr. In einigen Einführungstagen durch die Fachstelle Frei-willigendienste im Ausland, die im Bil-dungshaus St. Lucen in Hechingen stattfan-den, wurde sie mit weiteren 40 Freiwilligen auf diesen Dienst im Ausland vorbereitet und anschließend offiziell ausgesandt. Un-ter ihnen sind auch 15 Personen, die nach Peru aufgebrochen sind. Denn gerade mit Pe-ru verbindet der Dienst dieser Voluntarios auch einen wichtigen Teil der 1986 gegrün-deten Partnerschaft Erzdiözese Freiburg mit Peru.

Nachdem die Abiturientin noch als Lei-terin auf der Ferienfreizeit der Seelsorge-einheit Sinzheim-Hügelsheim sich engagier-te, startet der Flug am Freitag 2. August um 19:15 Uhr nach Peru. Dort ist Viola Gas-senschmidt mit allen anderen Volontarios wohlbehalten in Lima angekommen. In dieser Hauptstadt verbrachte sie die erste Woche, wobei noch einige Formalitäten zu erledigen waren und auch ein Ausflug auf dem Programm stand, selbstverständlich auch die Sonn-tagsmessfeier in der deutschen Gemeinde dort. Doch dann ging es los zu den Einsatz-stellen: Für Viola Gassenschmit, die in ei-ner Gastfamilie leben wird, in die Anden Perus nach Santa Maria del Valle Huánuco. Dort wird sie die Arbeit in einem Kinder-dorf unterstützen.




Martin Schlick



TANZEND DURCH DIE WEIHNACHTSZEIT

Januar 2014. Die 19jährige Viola Gassenschmidt aus Sinzheim ist seit August 2013 in Peru, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten. Neben ihrer Arbeit in einem SOS Kinderdorf und dem Kindergarten ihrer dortigen Gemeinde bekommt sie so einen Einblick in die Kultur dieses Landes. Hier berichtet sie über die Tradition der Negritos, die an Weihnachten in ihrer Region tanzen.

Wenn ich in der Vorweihnachtszeit durch die Strassen der peruanischen Stadt Huánuco geschlendert bin, hat eigentlich alles gepasst: Die Läden waren vollgestopft mit Weihnachtsschmuck, Santa Claus grinste mich aus den Fenstern an und über die Plaza schallte "Stille Nacht" aus den Lautsprechern. Scheinbar gar nicht so anders wie in Deutschland - wenn nicht die Sonne geschienen haette und ich bei 25ºC im T-Shirt zu meiner Arbeit gegangen waere. Meine Arbeit - das ist seit 4 Monaten das SOS Kinderdorf "San Juan Bosco" nahe der Stadt Huánuco in Peru. Hier leiste ich mein Frewilliges Soziales Jahr, das mir ueber die Fachstelle Internationale Freiwilligendienste der Erzdioezese Freiburg vermittelt wurde. Nachdem ich jetzt seit vier Monaten in dem Dorf Santa Maria del Valle wohne, habe ich mich zwar gut eingelebt, aber es gibt immer noch viele Dinge, die neu für mich sind und anders gehandhabt werden als in Deutschland.

Unter anderem auch Weihnachten - denn die deutsche Besinnlichkeit dieser Festtage sucht man hier in Huánuco vergeblich. Seit Jahrzehnten ist es in dieser Region Perus Brauch, dass am Ende der Christmette die Negritos, die "kleinen Schwarzen", ihren Tanz beginnen. Bis Ende Januar werde ich verschiedene Gruppen der maskierten Tänzer zu sehen bekommen und wie an den Weihnachtsfeiertagen gemeinsam mit ihnen zu Ehren des Christkindes tanzen. Denn statt an Weihnachten gemütlich mit der Familie Plätzchen zu essen, habe ich dieses Jahr drei Tage lang mit den Negritos meines Dorfes getanzt.

Peru - Weihnachten

Die traditionellen Tänzer lassen hier jedes Jahr ein Stück Kolonialgeschichte lebendig werden. Mit ihren schwarzen Masken symbolisieren sie die afrikanischen Sklaven, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Peru auf den Plantagen der Spanier gearbeitet haben. Die einzigen arbeitsfreien Tage der Sklaven waren die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr, die sie mit dem Besuch und der Anbetung des Jesuskindes verbracht haben. Da sie selbst aber keine Krippen hatten, zogen die Negritos tanzend von Kirche zu Kirche.

Und dieser Brauch hat sich gehalten: Auch nachdem die Sklaverei in Peru im Jahr 1854 abgeschafft wurde, tanzten die ehemaligen Sklaven fuer das Christkind, und als die Afrikaner durch Mischehen nach und nach aus dem Stadtbild verschwunden sind, enstanden die Tanzgruppen der Negritos. Mit schwarzen Masken, reich geschmückten Trachten und Federhüten ziehen die Gruppen durch das Dorf und tanzen in verschiedenen Häusern zu Ehren des Jesuskindes. "Drei bis vier Häuser besuchen wir jeden Tag" erklärt mit Don Ronald, der seit über dreissig Jahren als Negrito tanzt. Begleitet werden die Negritos von einem Orchester, das die traditionellen Märsche zum Tanz spielt, und von der Bevölkerung des Dorfes. Denn in jedem Haus, in das die Negritos eingeladen werden, gibt es neben Tanz und Musik kostenloses Essen und Freibier für alle. Kein Wunder also, dass auch ich mit meiner Gastfamilie an der Fiesta teilgenommen habe. Peru - Weihnachten

Diese Fiestas haben hier eine lange Tradition, genau wie die Negritos. Seit 1938 habe Santa Maria del Valle seine eigene Tanzgruppe, so Don Ronald. Und jedes Jahr werden es mehr Männer, die den Negritos beitreten wollen. Im Moment gibt es 18 Paare in der Gruppe, aber nicht alle tanzen als Negritos: Neben den "Sklaven" gibt es den Turco, den Plantagenbesitzer, die Dama, seine Frau und die Corochanos, die Aufseher. Und obwohl diese Aufseher neben weisser Maske traditionell auch Peitsche oder Gewehr bei sich tragen, sind sie heute alles andere als streng. Im Gegenteil, während die Negritos tanzen, sorgen die Corochanos zur Freude des Publikums für jede Menge Unordnung. Sie erschrecken die Kinder, springen wild herum und machen Spässe mit den Schaulustigen. Und so zeigen sie, wie sich die traurige Geschichte der Sklaverei hier in Huánuco in eine fröhliche Feier zu Weihnachten verwandelt hat. Und auch wenn nach drei Tagen Tanz die Füsse weh tun, für die Menschen hier gehören die Negritos zu Weihnachten wie bei uns in Deutschland der Weihnachtsbaum. Und sie sind stolz auf ihre schwarzen Tänzer, die in ganz Peru bekannt sind und jedes Jahr zahlreicher werden. Über 60 Gruppen gab es laut einem Zeitungsartikel im Jahr 2012 allein in der Stadt Huánuco, und wie viele es in den Dörfen des Departamientos noch gibt, weiss wohl niemand so genau.

Peru - Weihnachten

Die Negritos meines Dorfes verabschieden sich am 27. Dezember von der Bevölkerung. Doch an Neujahr werde ich wieder eine Gruppe zu sehen bekommen. Andere Tänzer, in einem anderen Dorf - doch die Geschichte der befreiten Sklaven bleibt die gleiche. So, wie seit über 100 Jahren.





Weihnachten - Peru - Fotos: Fremdbild, Viola Gassenschmidt
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Viola Gassenschmidt



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Der erste offizielle Rundbrief  -

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Martin A. E. Schlick - Erstellt am 17.03.2009 - letzte Änderung: 15.04.2010

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