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Seelsorgeeinheit Sinzheim-Hügelsheim

Katholische Pfarrgemeinde Sankt Martin Sinzheim

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Ein Tag voller Sonne lag über dem Dorf und über der zur Ruhe gehenden Landschaft. Man schrieb Sonntag, den 13. November 1898, ein Sonntag hoher Festesfreude für die ganze Gemeinde. Sämtliche Häuser des Dorfes waren mit Kränzen, Girlanden und Fahnen geschmückt und mächtige Ehrenpforten überspannten die Einmündungen der Wege. Eine große Menschenmenge wogte durch die Straßen und Gassen und stellte sieh vor dem Rathaus, dem Schulhaus und dem Pfarrhaus gegenüber dem begonnenen Kirchenneubau auf.

"Zur größeren Ehre des dreieinigen Gottes, im Namen Jesu unseres göttlichen Erlösers unter Anrufung der Fürbitten aller Heiligen, besonders der allerreinsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und dem heiligen Nährvater Josef, des heiligen Martin und des heiligen Wendelin, der beiden Schutzpatrone dieser Kirche, und der Pfarrei Sinzheim legen wir den Grund- und Eckstein dieser Kirche im Jahre des Heiles 1898, dem 13. November, am Patroziniumsfest des heiligen Martin, Bischof von Tours, im 20. Jahre der glorreichen Regierung des hl. Vaters, des Papstes Leo XIII., im 27. Jahre seit der Wiederherstellung das Deutschem Reiches, als Wilhelm II. König von Preußen und Deutscher Kaiser, Friedrich, Großherzog von Baden, Dr. Thomas Nörber Erzbischof von Freiburg - erwählt am 2. August und inthronisiert am 29. September des Jahres, als Dr. Justus Knecht, Weihbischof von Freiburg und Dr. Franz Xaver Lender Dekan des Kapitels Ottersweier und Reichstagsabgeordneter unseres Wahlkreises war und Dr. Josef Fischer hier als Arzt praktizierte.

Den Bauplan hat Architekt und Vorstand des erzbischöflichen Bauamtes, Johannes Schroth Karlsruhe gefertigt. Die Ausarbeitung der Detailpläne und die Anfertigung der Werkrisse wurden dem Architekten Baier aus Karlsruhe und die örtliche Bauleitung dem Architekten Karl Fischer ebenfalls aus Karlsruhe übertragen.

Die Kosten für den Rohbau - den Aufwand für Altäre, Orgel, Glocken, Malereien und dergleichen nicht mitgerechnet - sind veranschlagt auf 310.000 Mark.

Von dieser Summe werden

    72 000 Mark durch den Kirchenbaufond
    6 000 Mark durch den Heiligenfond und
    6 000 Mark durch eine Stiftung des hochseligen Bischof Lothar von Kübel bezahlt.

Die restlichen 226. 000 Mark werden durch die römisch-katholische Kirchengemeinde hier bestritten.

Die Kirchengemeinde-Vertretung bestehend aus 9 Stiftungsräten nämlich

    Martin Boos, Gemeinerat Josef Manz, David Walter, Martin Walter, Franz Ernst von Kartung, Stefan Ernst von Vormberg, Josef Hillert Stabhalter von Winden, Franz Manz von Halberstung, Karl Weber von Müllhofen

und aus

36 Kirchengemeinde-Mitglieder, nämlich:

    David Boos, Josef Deißler, Franz Ernst, Silvers Sohn, Josef Gartner, Anton Hillert, Ratschreiber Wendelin Huck, Lorenz Knecht, Alois Krumm, Josef Lorenz, Ambros Sohn, Josef Peter, Metzger, Anton Schmidt, Josef Schmidt, Karl Vogel, Franz Sales, Walter Matthias, Wilhelm Walter, Martin Weiß und Karl Zoller von Sinzheim
    Bernhard Boos, Lorenz Huck, Franz Xaver Schneider, Bernhard Walter, Karl Walter und Alois Zeitvogel von Kartung
    Ambros Kübel, Bernhard Lorenz und Josef Peter von Halberstung
    Gregor Ernst, Stabhalter von Schiftung,
    Ferdinand Walter, Stabhalter und Martin Walter von Müllhofen,
    Leopold Gack und Ludwig Gack von Vormberg,
    Franz Hillert und Heribert Hillert, Martin Möst und Franz Xaver Schneider von Winden.

hat am 14. März 1897 einstimmig beschlossen, eine neue Pfarrkirche nach dem oben bezeichneten Plan zu bauen und hat so den in einer am 14. Juli 1895 stattgefundenen großen Bürgerversammlung einstimmig gefaßten Beschluß zur Reife gebracht. Auch wurde in der gleichen Sitzung von der Kirchengemeinde-Vertretung beschlossen, zur Bestreitung der ungedeckten Baukosten 226.000 Mark anzuleihen und diese Kapitalschuld durch örtliche Besteuerung der katholischen Mitglieder der Kirchengemeinde Sinzheim in 60 Jahren heimzuzahlen, welcher Beschluß am 15.Mai 1897 durch das Großherzogliche Bezirksamt Baden genehmigt wurde.

Ein schmucker Innenausbau, prächtige Altäre, eine wohlklingende Orgel, ein prächtiges Geläute und Dekoration müssen durch milde Gaben und Schenkungen bestritten werden. Sie sollen den kommenden Geschlechtern auf viele Jahre hinaus ein glänzendes Zeugnis und nachahmenswertes Beispiel geben von echtem katholischem Opfersinn und gläubig-frommem Eifer für den Schmuck des Gotteshauses, der katholischen Bevölkerung Sinzheims am Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Bau erhebt sich in gleicher Lage auf der Stelle des abgebrochenen, räumlich sehr beschränkten, nur etwa 300 Sitzplätze zählenden alten Kirche, welche im Jahre 1771 erbaut wurde an der Stelle der schon im 9. Jahrhundert errichteten, kleinen hölzernen Kirche und auf dem altehrwürdigen Begräbnisplatz der hiesigen Kirchspielgemeinde.

Dieser alte Kirchenplatz wurde für den Neubau noch erweitert durch schenkungsweise Abtretung des Geländes, auf welchem das Spritzenremis, der Gemeindekeller und die Pfarrscheuer standen und durch Schenkung eines von L. Huber gekauften Gartens auf der südlichen Seite und eines Hauses auf der nördlichen Seite der Kirche. Die Schenkung von seiten Gemeinde, geschah unter dem Bürgermeister Cornel Peter und dem Gemeinderat: Lorenz Knecht, Anton Schmid, Martin Boos, Josef Peter, Anton Walter, Jakob Frank, Josef Hillert, Leopold Gack, Ferdinand Walter, Gregor Ernst und Anton Hiller, Ratschreiber.

Der letzte Gottesdienst in der alten Kirche war die Frühmesse am Fronleichnamsfest als Dankgottesdienst am 9. Juni 1898. Nach Abbruch derselben wurde am 15.Juli 1898 nach Abhaltung eines Bittamtes in dem Notkirche, welche durch opferwilliges Entgegenkommen vom Mutterhaus St. Vinzenz in Freiburg und besonders dessen Superior Karl Meier im Ökomomiegebäude der Anstalt erstellt wurde, der erste Spatenstich zum Neubau getan.

Die Unternehmer der Bauarbeiten den großen Hammers sind: Bauunternehmer und Maurermeister. Josef Engelbrecht von Freiburg und der Steinhauer Josef Köninger von Ottersweier".

(Franz Zoller)

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Martin A. E. Schlick - Erstellt am 15.08.2005 - angepasst: 22.01.2007

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