Logo-Erzdiözese

Seelsorgeeinheit Sinzheim-Hügelsheim

Katholische Pfarrgemeinde Sankt Martin Sinzheim

zur Seite: Hügelsheim - Seelsorgeeinheit

  Ende  
Home/Startseite Startseite   ⇒ Sankt_Martin
  Druckersymbol Druckversion   Link und Literatur   Seitenübersicht   TERMINKALENDER  

[Startseite]| [Ende]

Pfarrkirche, Pfarrgemeinde: Heiliger Martin - "Sankt Martin"


Heiliger Martin - "Sankt Martin"

Römerreich

Karte des Römerreiches, Pannonien


Der Heilige Martin ist in Ungarn in der römischen Provinz Pannonien geboren, in Sabaria - wie Sulpicius Severus schreibt. Da es aber zwei Orte mit Namen "Sabaria" gibt, wetteifern Pannonhalma, ein heiliger Berg in Ungarn mit bedeutendem Benediktinerkloster, und die ehemalige durch ein Erdbeben zerstörte Stadt Sabaria, heute Szombathely (Steinamanger) um den Geburtsort. Sabaria war ein Militärstutzpunkt an einem Knotenpunkt der damaligen Römerstraßen in der Provinz Pannonien.
Auch wenn das Geburtsjahr nicht genau festzustellen ist, nimmt man heute 316/317 an.
Seine Familie ist heidnisch, sein Vater ist Bedienster/Beamter im römischen Militär und gibt deshalb auch seinem Sohn den Namen Martin, der mit dem Kriegsgott Mars unschwer in Verbindung steht. Martin wird Soldat. Der Beruf des Vaters versetzte die Familie nach Pavia in Norditalien.
Es kann sein, dass er dort mit der sogenannten Thebaischen Legion in Berührung kam, den bekannten Märtyrern, auch dem Heiligen Mauritius; jedenfalls war dem Martin auch der Heilige Mauritius ein bedeutendes Vorbild des Glaubens.
Amiens, Kathedrale Außen Amiens, Kathedrale

Amiens


Mit zwölf Jahren bittet Martin - gegen den Willen seiner Eltern - um Aufnahme in die Gruppe der Katechumenen, also jener, die sich in einer längeren Vorbereitungszeit auf die Taufe in den Glauben einüben. Diese Zeit dauerte bei Martin 6 Jahre! Mit 15 Jahren hatte er jenes legendäre Erlebnis, das Martin weltberühmt machte:

Martins Mantelteilung

Mantelteilung

Die Begegnung mit dem frierenden Bettler, mit dem er aus Mitleid seinen Mantel teilt und in dem er in einer späteren Vision Jesus wiedererkennt.
Dies soll am Stadttor von Amiens geschehen sein.
Wann Martin getauft wurde, darüber schweigen die Quellen, auch sein Gewährsmann, Sulcipius Severus.
Ausführlich beschrieben aber wird, wie Martin nach seiner Taufe das Militär verläßt - in Worms 356.


Darüberhinaus ist bekannt, dass Martin Schüler des heiligen Hilarius von Poitiers ist, einem großen Kirchenvater, der der "Athanasius des Westens" genannt wird. In den arianischen Streitigkeiten muß Hilarius fliehen; auch Martin verläßt Poitiers und zieht sich in der Nähe von Genua in eine Einsiedelei zurück: so erfüllt er sich einen Jugendtraum. Dort vermutlich "gründet" er eine erste Mönchsgemeinschaft.
Martin verlässt das Militär, Bonn - Künstler Tull Stiftkirche Worms St. Martin

Broncerelief St. Martin Bonn -
Martin wird in Mailand mit Ruten geschlagen
Martin verlässt das Militär
unter Kaiser Julian Apostata 356

Martin verlässt das Militär bei Worms -
heute darüber Stiftkirche

Martin tauft seine Mutter, Sombathely

Martin tauft seine Mutter - Szombathely

Auf diesem Weg sucht er seine Eltern zum christlichen Glauben zu bekehren; aber nur seine Mutter läßt sich taufen.


Lageplan Tours - Poitiers, Ligugé


Als er später mit Bischof Hilarius nach Poitiers zurückkehren muß, errichtet er in der Nähe von Poitiers, Liguge, 361 das erste Kloster Galliens, um sich auch hier ein Stück der ersehnten Einsamkeit zu retten (Das ist gut 150 Jahre vor Benedikt; bekannter ist seine zweite Gründung: Das Kloster Marmoutier (375) in der Nähe von Tours).

Martin soll auf Ruf des Bischofs Hilarius von Poitiers Priester werden; doch Martin will nicht recht; er lässt sich nur zum Exorzisten weihen, einer der "Niederen Weihen", gleichsam einer "Vorstufe" zur Priesterweihe.
Auch mit seiner legendären Wahl zum Bischof von Tours ist es so. Martin will nicht.
Tours, St. Gatien, Kathedrale

Tours, Kathedrale St. Gatian

371 wird Martin mit Vorbehalten seitens des Klerus und auch eigentlich gegen seinen Willen Martin zum Bischof gewählt - auf Drängend des Volkes, und gegen den vornehmen Gegenkandidaten - einen Arianer - wie die Legende ausführlich und auch Sulpicius Severus beschreibt.
Aggression und Aversion seiner "Amtsbrüder" sollte ihn durch die Jahre begleiten. In dem Aufschwung staatlicher Unterstützung seit der konstantinischen Wende, waren Kirche und Geistliche mit Gütern, Privilegien und Einfluß beschenkt worden. Das hatte viele bequem gemacht und abhängig. Ein so aszetischer, bescheidener und frommer Mann paßt da nicht ins Konzept. Beim Volk jedoch war er beliebt als ein gerechter, treusorgender Vater. Ihn zeichneten Demut und Frömmigkeit aus.
In Martin, dem großen Beter, lebt noch immer die Idee des Mönches. So läßt er (375) am anderen Ufer der Loire Marmoutier gründen, ein sehr großes Kloster.
Marmoutier - ehemaliger Klostereingang


Marmoutier, Klostereingang

Lesung zum Fest des Heiligen: Lesung aus dem Buch Jesaja:

61:1 Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir;
denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe
und alle heile, deren Herz zerbrochen ist,
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Gefesselten die Befreiung,
61:2 damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe,
einen Tag der Vergeltung unseres Gottes,
damit ich alle Trauernden tröste,
61:3 die Trauernden Zions erfreue,
ihnen Schmuck bringe anstelle von Schmutz,
Freudenöl statt Trauergewand,
Jubel statt der Verzweiflung

Jes 61 1-3a

Unermüdlich macht sich Martin auch auf Missionsreisen, und sucht Kontakt mit den Nachbarbischöfen.
Alt und müde geworden wird er im November 397 nach Candes Saint Martin gerufen, um einen Streit der Kleriker zu schlichten. Dort stirbt er am 8. November.
Candes Saint Martin

Candes Saint Martin

Aber nun entsteht ein Streit, wo sein Leichnam begraben werden soll: Poitiers oder Tours. Doch mitten in der Diskussion wird der Heilige Martin kurzerhand mit dem Boot die Loire rund 50 km aufwärts nach Tours geführt, wo er am 11. November unter sehr großer Teilnahme beigesetzt wird.


Über seinem Grab erhebt sich bald ein Wallfahrtsort, der im Mittelalter ungezählige Menschen anzieht, so dass dort eine der größten Wallfahrtskirchen des Mittelalters entsteht.
In den Wirren der Französischen Revolution wurde die Kirche zerstört. Man ließ eine Straße mitten durch die Kirche bauen.
Das Grab des Heiligen ging verloren, aber eine kleine Schar gläubiger Männer und Frauen fanden schließlich in langer Arbeit und mühevollem Suchen das Grab des Heiligen (14.12.1860).
Hier erhebt sich heute eine prächtige Basilika.
Zeichnung der alten Wallfahrtskirche, einer mächtigen Kathedrale zu Tours

Tours, Zeichnung der alten Wallfahrtskirche
- Grab in der neuen Basilika zum Heiligen Martin

Grab des Heiligen Martin, Tours
Martin ein europäischer Heiliger Martin darf mit Recht ein Heiliger Europas genannt werden.

Martin ist Patron der Bistümer Mainz und Rottenburg, sowie der Armen, Bettler, der Reisenden.

Namenstag: 11. November[Schott, Beuron].
Dargestellt meist als römischer Reiter, der dem Bettler den Mantel teilt.

Quellen:
- Sulpicius Severus, Vita sancti martini - Leben des Heiligen Martin, St. Martins-Verlag, Eisenstadt 1977 - lateinisch - deutsch
- Werner Groß/Wolfgang Urban (Hrsg), Martin von Tours - ein Heiliger Europas, Schwabenverlag, Ostfildern, 1999
Dort:
----- Bischof Dr. Walter Kasper, Martin - ein Heiliger Europas
----- Prof. Dr. Karl Suso Frank, Martin von Tours und die Anfänge seiner Verehrung
- Walter Nigg, Die Antwort der Heiligen, Freiburg/Herder-Vlg. 1980
später auch in: Martin von Tours, Hrsg v. Walter Nigg, Freiburg/Herder-Vlg. 1979
- Sankt Martin, Handbuch der Pilger, Kath. Bibelanstalt (Kath. Bibelwerk) Stuttgart 1997 (dtsch) - Denis Jeanson-Verlag (franzs)
- Régine Pernoud, Martin von Tours, Herder-TB 1997, ISBN 3-451-04590-7
- Wolfgang Urban (Verfasser), Der heilige Martin von Tours, Sadifa-Media-Verlag, Kehl a. Rh., 2004, ISBN: 3-88786-205-8
- Saint Martin en Touraine et Poitou - François-Deutsch. Editions C.L.D. - ISBN 2-85443-296-7 - 1996
- Roman Mensing, Martin von Tours, Patmos-Verlag 2004 - ISBN 3-431-70380-8

[Anfang] | [Startseite] |


Martin A. E. Schlick - Erstellt am 30.04.2007 - letzte Änderung: 05.08.2008


  Anfang/Top     [Test]Version 1.10 - © Martin Schlick     eMail Mail/Kontakt   Impressum   Legende/Zeichenerklärung